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30.10.2007 14:39
Handbuch des Kriegers des Lichts - Paulo Coelho

Handbuch des
Kriegers des Lichts - Paulo Coelho

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Paulo Coelho
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Der Jünger ist nicht über
den Meister erhaben;
wenn er aber ganz
vollendet ist, so wird
er sein wie sein Meister
Lukas 6:40 |
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Prolog
»Vom Strand östlich des
Dorfes aus kann man eine Insel sehen, auf der sich eine riesige Kirche mit
unzähligen Glocken erhebt«, sagte die Frau zu dem kleinen Jungen.
Er
hatte sie noch nie zuvor in der Gegend gesehen; ihm fiel auf, dass sie
fremdartige Kleider und über dem Haar einen Schleier trug.
»Kennst du diese Kirche?«
fragte sie ihn. »Schau sie dir an, und erzähl mir dann, wie du sie
findest.«
Von
der Schönheit der Frau betört, machte sich der Junge sogleich auf den
Weg zum Strand. Er setzte sich in den Sand, suchte den Horizont mit den
Blichen ab, sah aber nichts als das, was er immer sah: den blauen Himmel
und den Ozean.
Enttäuscht
lief er zum nächsten Weiler und fragte die Fischer, ob sie etwas von
einer Insel und einer Kirche gehört hätten.
»Ja,
vor langer Zeit wohnten meine Urgroßeltern dort«, antwortete ihm ein
alter Fischer. »Aber dann kam ein Erdbeben, und die Insel ist versunken.
Dennoch hören wir noch heute manchmal, obwohl wir sie nicht sehen können,
die Glocken der Kirche, wenn das Wogen der Wellen sie unter auf dem
Meeresgrund erklingen lässt. « Das Kind kehrte zum Stand zurück: Es
wartete den ganzen Nachmittag, aber da war nichts als das Tosen der Wellen
und das Kreischen der Möwen.
Bei Einbruch der Dunkelheit
kamen die Eltern das Kind holen. Doch schon am nächsten Morgen kehrte es
wieder zum Stand zurück. Das Bild der Frau ließ ihm keine Ruhe, und es
kam ihm undenkbar vor, dass ein so schöner Mensch nicht die Wahrheit
gesagt haben könnte. Wenn sie eines Tages wiederkäme, wollte es ihr
sagen können, dass es die Insel zwar nicht gesehen, aber die
Kirchenglocken gehört habe, die die Wellen zum Klingen brachten. So
gingen die Monate ins Land: Die Frau kehrte nicht zurück, und der kleine
Junge vergaß sie; aber die versunkene Kirche vergaß er nicht, denn eine
Kirche birgt immer irgendwelche Reichtümer und Schätze. Wenn der Junge
die Glocken hören könnte, würde er die Gewissheit haben, dass die
Fischer die Wahrheit gesagt hatten, und wenn er einmal groß war, würde
er so viel Geld zusammenbringen, dass er eine Expedition ausrüsten und
den verborgenen Schatz heben konnte.
Der
Junge verlor das Interesse an der Schule, an seinen Kameraden. Er wurde
zur beliebten Zielscheibe des Spottes der anderen Kinder, die ihn verhöhnten
und sagten: »Er ist nicht wie wir. Er guckt lieber aufs Meer, und mit uns
spielen will er auch nicht, weil er Angst hat zu verlieren.«
Und
sie lachten über den kleinen Jungen, der immer am Strand saß.
Obwohl
er die alten Kirchenglocken noch immer nicht hören konnte, lernte er doch
jeden Morgen etwas Neues dazu. Zuerst entdeckte er, dass er sich nicht
mehr von den Wellen ablenken ließ, weil ihm ihr Rollen inzwischen ganz
vertraut war. Wenig später hatte er sich auch an das Geschrei der Möwen
und das tiefe Summen der Bienen gewöhnt und an das Schleifen der Palmblätter
im Wind.
Sechs
Monate nach seiner ersten Begegnung mit der Frau ließ sich der Junge von
keinem Geräusch mehr ablenken – aber die Glocken der versunkenen Kirche
hörte er immer noch nicht.
Andere
Fischer gesellten sich zu ihm an den Strand. »Wir, wir hören sie!«
behaupteten sei steif und fest.
Aber
der Junge hörte sie nicht.
Nach
einiger Zeit aber sagten die Fischer zu ihm: »Du kümmerst dich zu sehr
um das Läuten der Glocken, lass gut sein, und geh wieder mit deinen
Kameraden spielen. Vielleicht sind wir Fischer die einzigen, die sie hören
können.«
Etwa
ein Jahr später beschloss der Junge aufzugeben. »Die Männer haben
wahrscheinlich recht. Am besten, ich werde ebenfalls Fischer, wenn ich groß
bin. Dann kehre ich jeden Morgen hierher an den Strand zurück und höre
die Glocken.« Und er dachte auch: »Vielleicht ist ja alles nur ein Märchen,
und die Glocken sind beim Erdbeben kaputtgegangen und erklingen nie
wieder.«
An
jenem Nachmittag beschloss er, nach Hause zu gehen.
Als
er zum Abschied an den Ozean trat, schaute er noch einmal die Natur
ringsum an, und da ihn die Glocken nicht mehr kümmerten, konnte er sich
über das Rufen der Möwen, das Rauschen des Meeres und das Schleifen der
Palmenblätter im Wind freuen. In der Ferne hörte er die Stimmen seiner
Spielkameraden, mit denen er bald wieder freudig herumtollen würde. Sie
hatten ihn lange verspottet, doch das würden sie bald vergessen und ihn
wieder mitspielen lassen.
Der
Junge war froh und dankbar, am Leben zu sein. Er wusste nun, dass das
Warten nicht umsonst gewesen war, da er gelernt hatte, die Natur zu
beobachten und sich an ihr zu erfreuen.
Und
da hörte er, weil er dem Meer, den Möwen, dem Schleifen der Palmenblätter
und den Stimmen seiner Spielkameraden lauschte, die erste Glocke.
Und
noch eine.
Und
noch eine weitere. Bis alle Glocken der versunkenen Kirche zu läuten
begannen und ihn mit Freude erfüllten.
Jahre
später kam er als erwachsener Mann in das Dorf seiner Kindheit zurück.
Er hatte nicht vor, irgendeinen Schatz zu heben, der auf dem Meeresgrund
lag, denn vermutlich war das alles nur kindliche Träumerei gewesen, und
er hatte die versunkenen Glocken nie läuten hören. Trotzdem beschloss
er, zum Strand hinunterzugehen, um dem Rauschen des Windes und den Rufen
der Möwen zu lauschen.
Da
sah er zu seiner Überraschung die Frau, die ihm von der Insel und der
Kirche erzählt hatte, im Sand sitzen.
»Was
machst du hier?« fragte er.
»Ich
habe auf dich gewartet.«
In
all den Jahren hatte sie sich nicht verändert. Derselbe Schleier verbarg
ihr Haar und war von der Zeit nicht zerstört worden.
Sie
reichte ihm ein blaues Heft mit leeren Seiten.
»Schreib:
Ein Krieger des Lichts achtet auf den Blick eines Kindes, weil Kinder die
Welt ohne Bitterkeit sehen können. Wenn er wissen möchte, ob ein Mensch
sein Vertrauen verdient, schaut er ihm mit den Augen eines Kindes ins
Gesicht.«
»Was
ist ein Krieger des Lichts?«
»Du
weißt es«, entgegnete sie lächelnd. »Es ist derjenige, der das Wunder
des Lebens zu begreifen weiß, der um das, woran er glaubt, bis zum
Letzten kämpft und auch die Glocken hören kann, die das Meer festhält.«
Er
war nie auf den Gedanken gekommen, dass er ein Krieger des Lichts sein könnte.
Die Frau schien seine Gedanken zu erraten.
»Jeder
Mensch ist dazu in der Lage. Und niemand hält sich für einen Krieger des
Lichts, obwohl jeder einer sein könnte.«
Er
schaute auf die Seiten im Heft.
»Schreib!«
sagte sie abermals |

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17 -
Ein
Krieger des Lichts vergisst niemals, dankbar zu sein.
Die
Engel haben ihm im Kampf beigestanden; die himmlischen Heerscharen haben einem
jeden Ding seinen rechten Platz zugewiesen und dem Krieger des Lichts erlaubt,
sein Bestes zu geben.
Seine Gefährten meinen:
»Was
hat er doch für ein Glück!« Denn ein Krieger des Lichts erreicht oft mehr,
als seine Fähigkeiten erwarten lassen.
Daher kniet er bei
Sonnenuntergang nieder und dankt dem
schützenden Mantel, der ihn umgibt.
Aber seine Dankbarkeit beschränkt
sich nicht auf die spirituelle Welt. Er vergisst niemals seine Freunde, weil ihr
Blut sich auf dem Schlachtfeld mit seinem vermischt hat.
Einen Krieger des Lichts braucht man nicht an von anderen erwiesene Hilfe zu
erinnern. Er erinnert sich von allein daran und teilt die Belohnung mit
ihnen. |

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18 -
Alle
Wege der Welt führen mitten ins Herz des Kriegers: Er taucht ohne zu zögern,
in den Strom der Leidenschaften ein, der durch sein Leben fließt.
Der
Krieger weiß, dass er frei ist, zu wählen, was er wünscht. Seine
Entscheidungen trifft er mutig, uneigennützig und zuweilen auch mit einer
kleinen Prise Verrücktheit.
Er
nimmt seine Leidenschaften an und genießt intensiv. Er weiß, dass er auf
die Begeisterung der Eroberungen nicht verzichten muss. Sie gehören zum
Leben und erfreuen alle, die daran teilhaben.
Dagegen
verliert er die dauerhaften Dinge und die festen Bande, die sich im Laufe
der Zeit herausgebildet haben, nie aus den Augen.
Ein
Krieger des Lichts weiß zu unterscheiden zwischen dem, was vergänglich
ist, und dem, was endgültig ist.
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19 -
Der
Krieger verlässt sich nicht nur auf seine eigenen Kräfte. Er nutzt auch
die Energie seines Gegners.
Zu
Beginn des Kampfs besitzt er nichts als seine Begeisterung und die
Schwertparaden, die er sich durch lange Übung angeeignet hat; bald stellt
er jedoch fest, dass Übung und Begeisterung zum Siegen nicht ausreichen; es
braucht dazu noch die Erfahrung.
Da
öffnet er sein Herz dem Universum und bittet Gott, ihn zu erleuchten, damit
er die Schwerthiebe des Feindes umkehren und zu seiner eigenen Verteidigung
nutzen lerne.
Seine
Gefährten werden ihn abergläubisch finden und höhnen: »Er hat den Kampf
unterbrochen, um zu beten, und er respektiert die Finten seines Gegners.«
Der
Krieger des Lichts lässt sich dadurch nicht provozieren. Er weiß, dass Übung
allein, ohne Inspiration und ohne Erfahrung, nichts bewirken kann.
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20 -
Ein
Krieger des Lichts ist kein Betrüger: Doch er versteht es, seinen Gegner
abzulenken.
So
begierig er auch ist, wird er immer strategisch vorgehen, um sein Ziel zu
erreichen. Fühlt er sich am Ende seiner Kräfte, so wird er sich betont
Zeit lassen, damit sein Feind annimmt, er habe es nicht eilig. Wenn dieser
erwartet, dass er rechts angreift, zieht er seine Truppen nach links. Wenn
er sofort kämpfen will, beginnt er zu gähnen und macht sich zum Schlafen
fertig.
Seine
Freunde meinen: »Seht, wie schnell seine Begeisterung verpufft!« Aber er
schert sich nicht darum, was sie sagen, denn sie kennen seine Taktiken
nicht.
Ein
Krieger des Lichts weiß, was er will. Er braucht keine Erklärungen
abzugeben.
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Viele
Strategien eines Kriegers des Lichts richten sich nach dem, was vor über
zwei Jahrtausenden ein chinesischer Weiser gesagt hat:
»Lass
deine Feinde glauben, dass der Ausgang des Kampfes dir nicht viel bedeutet,
und ihre eigene Begeisterung schwindet dahin. Schäme dich nicht, vorübergehend
die Schlacht zu verlassen, wenn du spürst, dass dein Feind stärker ist
als du. Was zählt, ist nicht die einzelne Schlacht, sondern der Ausgang des
Krieges. Bist du stark genug, dann schäme dich nicht, Schwäche vorzutäuschen.
Das lockt deinen Feind aus der Reserve und verführt ihn dazu, zu früh
anzugreifen. In einem Krieg ist der Überraschungsangriff der Schlüssel zum
Sieg.«
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22 -
Merkwürdig
ist es schon«, sagt sich der Krieger des Lichts.
»Warum
treffe ich bloß so viele Menschen, die sich bei der erstbesten Gelegenheit
von ihrer schlechtesten Seite zeigen? Sie verbergen ihre innere Kraft hinter
Aggressivität, ihre Angst vor der Einsamkeit hinter der Maske der Unabhängigkeit.
Sie glauben nicht an ihre eigenen Fähigkeiten und vertun doch ihre Zeit
damit, ihre Vorzüge in alle vier Himmelsrichtungen hinauszuposaunen.«
Der
Krieger liest diese Zeichen bei vielen Männern und Frauen, die er kennt. Er
lässt sich nicht vom Schein täuschen und schweigt lieber, wenn man
versucht, ihn zu beeindrucken. Doch er ergreift die erstbeste Gelegenheit,
um seine eigenen Fehler zu korrigieren, denn die anderen sind stets ein
guter Spiegel unserer selbst.
Ein
Krieger nutzt alle Gelegenheiten, sein eigener Meister zu werden.
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23 -
Der
Krieger des Lichts kämpft manchmal mit denen, die er liebt.
Der
Mensch, der seine Freunde behält, wird niemals von den Stürmen des Lebens
beherrscht. Er hat die Kraft, die Schwierigkeiten zu überwinden und
voranzuschreiten. Häufig jedoch fühlt er sich von denen herausgefordert,
denen er beibringt, das Schwert zu führen. Seine Schüler fordern ihn zum
Kampf heraus.
Und
der Krieger zeigt, wozu er fähig ist: Mit wenigen Paraden entwaffnet er
seine Schüler, und die Harmonie kehrt an ihren Versammlungsort zurück.
»Warum
tust du das, wo du ihnen doch haushoch überlegen bist?« fragt ihn ein
Reisender.
»Weil
sie, wenn sie mich herausfordern, in Wahrheit mit mir in Kontakt kommen
wollen und ich so den Dialog aufrechterhalte«, entgegnet der Krieger.
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24 -
Bevor
der Krieger einen Kampf beginnt, fragt er sich, wie weit es mit seiner
Geschicklichkeit her ist.
Er
weiß, dass er aus den bereits geschlagenen Schlachten seine Lehren gezogen
hat, auch wenn diese oft unnötig schmerzvoll waren. Mehrfach hat er seine
Zeit damit vertan, für etwas zu kämpfen, das sich als falsch erwies, oder
wegen Menschen gelitten, die seiner Liebe nicht würdig waren.
Aber
Sieger machen nie zweimal denselben Fehler. Daher riskiert der Krieger des
Lichts sein Herz nur für etwas, das es wert ist.
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25 -
Ein
Krieger des Lichts befolgt die wichtigste Lehre des I Ging: »Die
Beharrlichkeit ist günstig.«
Er
weiß, dass Beharrlichkeit nichts mit Trotz zu tun hat. Es gibt Zeiten, in
denen die Kämpfe sich unnötig hinziehen, an seinen Kräften zehren und
seine Begeisterung dahinschwindet.
In
diesen Augenblicken denkt der Krieger nach: »Ein Krieg, der zu lange
dauert, vermag am Ende sogar das Land, das gesiegt hat, zu zerstören.«
Daher
zieht er seine Kräfte vom Schlachtfeld ab und gewährt sich eine
Waffenpause. Er bleibt beharrlich im Wollen, doch weiß er den besten
Augenblick für einen neuerlichen Angriff abzuwarten.
Ein
Krieger kehrt immer zum Kampf zurück. Allerdings nicht aus Trotz, sondern
weil sich das Blatt gewendet hat.
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26 -
Zuweilen
stellt der Krieger des Lichts fest, dass sich bestimmte Augenblicke
wiederholen.
Häufig
sieht er sich vor Probleme gestellt, vor denen er schon einmal gestanden
hat. Und dann ist er niedergeschlagen und macht sich Vorwürfe, weil er
meint, er käme im Leben einfach nicht weiter, weil er erneut mit denselben
Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
»Das
habe ich doch alles schon einmal durchgemacht«,
klagt er dann seinem Herzen.
»Stimmt,
du hast das alle schon einmal durchgemacht«,
antwortet das Herz. »Aber
wirklich überwunden hast du die Probleme nicht«.
Da
begreift der Krieger, dass hinter der Wiederholung seiner Erfahrungen nur
ein einziges Ziel steht: ihn zu lehren, was er noch nicht begriffen hat.
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Ein
Krieger des Lichts tut immer Außergewöhnliches.
Er
tanzt beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße. Oder blickt
einem Unbekannten in die Augen und spricht sofort von Liebe. Er verficht
eine Idee, die lächerlich wirken mag. Der Krieger des Lichts erlaubt sich
derlei Dinge.
Er
fürchtet sich weder, über vergangenen Schmerz zu weinen, noch, über
Neuentdecktes zu jauchzen.
Wenn
er spürt, dass die Stunde gekommen ist, lässt er alles zurück und bricht
zu dem Abenteuer auf, von dem er immer geträumt hat. Wenn er erkennt, dass
er an der Grenze seiner Widerstandskraft angekommen ist, verlässt er den
Kampf, ohne sich deswegen Vorwürfe zu machen.
Ein
Krieger verbringt seine Tage nicht damit, eine Rolle zu spielen, die andere
für ihn ausgesucht haben.
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28 -
Nie
verliert ein Krieger des Lichts seinen leuchtenden Blick.
Er
steht mit beiden Füßen auf dem Boden, nimmt am Leben anderer Menschen teil
und tritt seine Reise ohne Rucksack und Sandalen an. Oft ist er auch feige,
und nicht immer handelt er den Regeln entsprechend.
Der
Krieger des Lichts leidet unter Dingen, die es nicht wert sind, ist oft
kleinlich und kann sich oft nicht vorstellen, dass auch er fähig ist, zu
wachsen. Häufig hält er sich eines Segens oder eines Wunders für
unwürdig.
Er
weiß nicht immer, was er hier eigentlich tut. Liegt oftmals nächtelang
wach, weil er findet, sein Leben habe keinen Sinn.
Deshalb
ist er ein Krieger des Lichts. Weil er sich irrt. Weil er sich Fragen
stellt. Weil er einen Sinn sucht; und er wird ihn ganz gewiss finden.
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29 -
»Ein
Krieger des Lichts fürchtet nicht, verrückt zu erscheinen.
Wenn
er allein ist, führt er laute Selbstgespräche. Er hat gehört, dies sei
die beste Art, mit den Engeln zu kommunizieren, und er sucht diesen Kontakt.
Anfangs
merkt er, wie schwierig es ist. Er meint, er habe nichts zu sagen und würde
ohnehin immer den gleichen Unsinn reden. Dennoch gibt der Krieger nicht auf.
Täglich hält er Zwiesprache mit seinem Herzen. Sagt Dinge, die er selbst
nicht glaubt, völligen Unsinn.
Eines
Tages wird er eine Veränderung an seiner Stimme wahrnehmen. Und begreifen,
dass eine höhere Weisheit durch ihn spricht.
Der
Krieger wirkt verrückt, doch das ist nur ein Täuschungsmanöver.
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»Seine
Feinde wählt sich der Krieger des Lichts selbst«,
sagt der Dichter.
Er
kennt seine Fähigkeiten und Talente und braucht sie nicht in alle Welt
hinauszuposaunen. Dennoch taucht ständig jemand auf, der ihm seine
Überlegenheit beweisen will.
Für
den Krieger gibt es kein »besser«
oder »schlechter«:
Jeder hat die Talente, die er für seinen eigenen Weg braucht.
Aber
es gibt Menschen, die lassen nicht locker. Sie provozieren und beleidigen
ihn und setzen alles daran, ihn zu verärgern. In solchen Augenblicken sagt
sein Herz: »Kümmere
dich nicht um diese Beleidigungen, sie werden deine Geschicklichkeit nicht
vergrößern. Du wirst dich nur sinnlos verausgaben.«
Ein
Krieger des Lichts vergeudet seine Zeit nicht damit, sich auf Provokationen
einzulassen; er hat ein Schicksal, das es zu erfüllen gilt.
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31 -
Der
Krieger des Lichts erinnert sich an die Worte von John Bunyan:
»Auch
wenn ich all das durchgemacht habe, was ich durchgemacht habe, bereue ich
die Schwierigkeiten nicht, in die ich mich begeben habe - weil sie es waren,
die mich dorthin brachten, wohin ich zu gelangen wünschte. Jetzt ist alles,
was ich besitze, dieses Schwert, und ich übergebe es jedem, der seinen
Pilgerweg gehen möchte. Ich trage die Spuren und Narben der Kämpfe - sie
sind Zeugen dessen, was ich erlebt, und Belohnungen für das, was ich
errungen habe.
Diese
Spuren und Narben sind es, die mir die Tore zum Paradies öffnen werden. Es
gab einmal eine Zeit, in der ich Berichten von Heldentaten lauschte. Es gab
einmal eine Zeit, in der ich nur lebte, weil ich leben musste.
Aber
jetzt lebe ich, weil ich ein Krieger bin und weil ich eines Tages an der
Seite dessen sein möchte, für den ich so sehr gekämpft habe.«
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32 -
In
dem Augeblick, in dem er losschreitet, erkennt ein Krieger des Lichts den
Weg.
Jeder
Stein, jede Biegung des Weges heißen ihn willkommen. Er wird eins mit den
Bergen und den Bächen, findet etwas von seiner Seele in den Vögeln und in
den Pflanzen und Tieren auf dem Felde.
Da
nimmt er Gottes Hilfe und die Hilfe seiner Zeichen an und läßt sich von
seinem Lebenstraum zu den Aufgaben führen, die das Leben für ihn
bereithält.
In
manchen Nächten hat er kein Lager zum Schlafen, in anderen bekommt er kein
Auge zu. »Das
gehört dazu«,
denkt der Krieger. »Ich
habe mich entschieden, diesen Weg hier zu gehen.«
In
dieser Phase steht alles in seiner Macht: Er selber hat den Weg gewählt,
auf dem er jetzt geht, und keinen Grund, sich zu beklagen.
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33 -
Von
nun an - und noch ein paar hundert Jahre lang - wird das Universum den
Kriegern des Lichts helfen und die Voreingenommenen boykottieren.
Die
Energie der Erde muss erneuert werden.
Neue
Ideen brauchen Raum.
Körper
und Seele brauchen neue Herausforderungen.
Die
Zukunft ist Gegenwart geworden, und alle Träume außer denen, die auf
Vorurteilen aufbauen, werden Gelegenheit bekommen, sich zu verwirklichen.
Wichtiges
bleibt, Unwichtiges verschwindet. Doch der Krieger weiß, dass er nicht
über die Träume anderer zu richten hat, und verliert keine Zeit damit,
fremde Entscheidungen zu kritisieren.
Um
an seinen eigenen Weg zu glauben, muss er nicht zuerst beweisen, dass der
Weg des anderen falsch ist.
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34 -
Ein
Krieger des Lichts überlegt sehr genau, welche Stellung es für ihn zu
erobern gilt.
So
schwer erreichbar sein Ziel auch erscheinen mag, so finden sich doch immer
Möglichkeiten, die Hindernisse zu überwinden. Er wird alternative Wege
prüfen, sein Schwert schärfen, sein Herz mit der notwendigen
Beharrlichkeit füllen, um der Herausforderung gerecht zu werden.
Doch
unterwegs begegnet der Krieger Schwierigkeiten, mit denen er nicht gerechnet
hat.
Wenn
er auf den idealen Augenblick wartet, wird er nicht von der Stelle kommen;
um den nächsten Schritt zu tun, bedarf es einer Prise Verrücktheit.
Der
Krieger setzt eine Prise Verrücktheit ein. Denn weder im Krieg noch in der
Liebe lässt sich alles vorausplanen.
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35 -
So
wie der Krieger des Lichts seine Fehler kennt, kennt er auch seine Vorzüge.
»Einige
seiner Weggefährten beklagen sich: Die anderen haben mehr Glück als wir.«
Mag
sein, dass sie recht haben, aber ein Krieger lässt sich davon nicht
lähmen, sondern versucht, seine Talente so weit wie möglich zu nutzen.
Er
weiß, dass die Stärke der Gazelle in der Behändigkeit ihrer Beine liegt.
Die Stärke der Möwe ist die Zielsicherheit, mit der sie auf den Fisch
hinabstößt. Er hat gelernt, dass der Tiger die Hyäne nicht fürchtet,
weil er sich seiner Kraft bewusst ist.
Daher
versucht der Krieger herauszufinden, worauf er sich verlassen kann. Und
überprüft immer wieder seine Ausrüstung, die aus drei Dingen besteht:
Glaube, Liebe, Hoffnung.
Sind
alle drei vorhanden, wird er nicht zögern, seinen Weg fortzusetzen.
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36 -
Der
Krieger des Lichts weiß, dass niemand töricht ist und dass das Leben alle
in die Lehre nimmt - auch wenn es dafür Zeit braucht.
Er
gibt immer sein Bestes und erwartet dasselbe auch von anderen. Außerdem
spornt er großzügig seinen Nächsten dazu an, ebenfalls sein Bestes zu
geben.
Einige
Gefährten murren: »Es
gibt aber auch undankbare Menschen.«
Ein
Krieger lässt sich davon nicht erschüttern. Und spornt weiterhin seinen
Nächsten an, weil er dadurch zugleich auch sich selbst anspornt.
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37 -
Jeder
Krieger des Lichts hatte schon einmal Angst zu kämpfen.
Jeder
Krieger des Lichts hat bereits einmal gelogen oder jemanden verraten.
Jeder
Krieger des Lichts hat schon einen Weg beschritten, der nicht seiner war.
Jeder
Krieger des Lichts hat schon wegen bedeutungsloser Dinge gelitten.
Jeder
Krieger des Lichts hat schon gemeint, er sei kein Krieger des Lichts.
Jeder
Krieger des Lichts hat bei seinen spirituellen Verpflichtungen schon
einmal versagt.
Jeder
Krieger des Lichts hat schon einmal ja gesagt und nein gemeint.
Jeder
Krieger des Lichts hat schon einmal einen geliebten Menschen verletzt.
Darum
ist er ein Krieger des Lichts: kraft dieser Erfahrungen und weil er die
Hoffnung nicht aufgegeben hat, sich zu bessern.
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Der
Krieger hört stets auf die Worte kluger Männer wie zum Beispiel T. H.
Huxleys:
»Die
Folgen unseres Handelns sind Vogelscheuchen für die Feigen und für die
Weisen Strahlen des Lichts.
Die
Welt ist ein Schachbrett, und dessen Figuren sind unsere alltäglichen
Verrichtungen. Die Regeln sind die sogenannten Naturgesetze. Wir können den
Spieler auf der anderen Seite des Bretts nicht sehen, aber wir wissen, dass
Er gerecht, ehrlich und geduldig ist...«
Es
ist dem Krieger überlassen, ob er die Herausforderung annimmt oder nicht.
Er weiß, dass Gott denen, die Er liebt, keinen einzigen Fehler durchgehen
lässt und ihnen nicht erlaubt, so zu tun, als kennten sie die Spielregeln
nicht.
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39 -
Ein
Krieger des Lichts schiebt seine Entscheidungen nicht auf.
Er
überlegt gründlich, bevor er handelt, lässt seine Übungen, seine
Verantwortung und seine Pflicht dem Meister gegenüber nicht außer acht. Er
bemüht sich um Gelassenheit und analysiert jeden Schritt, als wäre er der
wichtigste.
Sobald
der Krieger eine Entscheidung getroffen hat, setzt er seinen Weg fort: Er
zweifelt seine Entscheidung nicht an und weicht nicht von seinem Weg ab,
selbst wenn die Umstände nicht seinen Vorstellungen entsprechen.
War
seine Entscheidung richtig, wird er siegreich aus dem Kampf hervorgehen,
selbst wenn dieser länger dauert als erwartet. War seine Entscheidung
falsch, wird er geschlagen werden und muss den Kampf von neuem aufnehmen -
mit mehr Weisheit.
Ein
Krieger des Lichts geht den eingeschlagenen Weg bis ans Ende.
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40 -
Seine
besten Meister findet der Krieger des Lichts unter den Menschen, die mit ihm
auf dem Schlachtfeld stehen. Das hat ihn die Erfahrung gelehrt.
Es
ist gefährlich, um Rat zu bitten, und noch viel gefährlicher, einen Rat zu
geben. Wenn er Hilfe braucht, wird er sich daran orientieren, wie seine
Freunde ihre Probleme lösen - oder auch nicht lösen.
Wenn
er Erleuchtung sucht, liest er von den Lippen seines Nächsten die Worte ab,
die sein Schutzengel ihm sagen will.
Ist
er müde oder allein, träumt er nicht von Frauen und Männern, die in der
Ferne weilen; Er wendet sich an den Menschen an seiner Seite und teilt mit
ihm seinen Schmerz oder sein Bedürfnis nach Zuneigung lustvoll und ohne
Schuldgefühl.
Ein
Krieger weiß, dass der fernste Stern am Firmament sich in den kleinen
Dingen in der unmittelbaren Umgebung offenbart.
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41 -
Ein
Krieger des Lichts teilt seine Welt mit den Menschen, die er liebt.
Wenn
sie mutlos sind, wird er versuchen, sie darin zu bestärken, ihren Träumen
zu folgen. In solchen Augenblicken erscheint der Gegner und hält zwei
Tafeln in der Hand.
Auf
einer steht geschrieben: »Denk
mehr an dich. Behalte die Segnungen für dich selbst, sonst wirst du am Ende
alles verlieren.«
Auf
der anderen Tafel steht: »Wie
kommst du dazu anderen zu helfen? Siehst du etwa deine eigenen Fehler nicht?«
Ein
Krieger weiß um seine Fehler. Aber er weiß auch, dass er nicht allein
wachsen kann und sich nicht von seinen Gefährten absondern darf.
Daher
schleudert er beide Tafeln zu Boden, selbst wenn er glaubt, dass sie ein
Körnchen Wahrheit enthalten. Sie werden zu Staub, und der Krieger fährt
fort, diejenigen anzuspornen, die ihm nahe sind.
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42 -
Lao
Tse sagt über den Arbeitstag eines Kriegers des Lichts:
»Der
Weg schließt die Achtung vor allem mit ein, was klein und zart ist. Er
weiß immer den richtigen Augenblick, um die notwendigen Haltungen
einzunehmen.
Auch
wenn du schon mehrfach mit dem Bogen geschossen hast, achte weiter darauf,
wie du den Pfeil anlegst und die Sehne spannst.
Wenn
der Anfänger sich bewusst ist, wessen er bedarf, wird er am Ende
intelligenter sein als der zerstreute Weise.
Liebe
anzuhäufen bedeutet Glück, Hass anzuhäufen bedeutet Unglück. Wer die
Probleme nicht kennt, wird am Ende die Tür offen stehen und so die
Tragödien hereinlassen.
Der
Kampf hat nichts mit Streit zu tun.«
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43 -
Ein
Krieger des Lichts meditiert.
Er
setzt sich an einen ruhigen Platz in seinem Zelt und über lässt sich dem
göttlichen Licht.
Tut
er dies, versucht er an nichts zu denken; er löst sich von der Suche nach
Lust, den Herausforderungen und den Offenbarungen - und gestattet seinen
Gaben und seinen Kräften, sich zu offenbaren.
Auch
wenn er sie nicht sogleich erkennt, werden diese Gaben und Kräfte sein
Leben bestimmen und seinen Alltag beeinflussen.
Während
er meditiert, ist der Krieger nicht mehr nur er selbst, sondern ein Funken
der Weltenseele. Diese Augenblicke erlauben ihm, seine Verantwortung
wahrzunehmen und im Einklang mit ihr zu handeln.
Ein
Krieger des Lichts weiß, dass in der Stille seines Herzens eine Ordnung
liegt, die ihm den Weg weist.
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44 -
Wenn
der Bogen gespannt ist«,
sagt Eugen Herrigel im Buch Zen in der Kunst des Bogenschießens zu
seinem Zen-Meister, »kommt ein Augenblick, in dem ich fühle, dass mir,
wenn ich nicht sofort schieße, die Puste ausgeht.«
»Solange
du versuchst, den Augenblick des Abschusses herbeizuzwingen, wirst du die
Kunst des Bogenschießens nie erlernen«, sagt der Meister. »Manchmal
behindert der allzu große aktive Wille des Schützen die Genauigkeit des
Abschusses.«
Ein
Krieger des Lichts denkt manchmal: »Was
ich nicht tue, wird nie getan.«
Das
stimmt so nicht: Er soll handeln, aber er soll auch dem Universum erlauben,
im günstigsten Augenblick zu handeln.
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45 -
Hat
ein Krieger des Lichts ein Unrecht erlitten, zieht er sich meist zurück,
weil er allein sein und den anderen seinen Schmerz nicht zeigen will.
Dieses
Verhalten ist sowohl gut wie schlecht.
Eines
ist, zuzulassen, dass sein herz langsam seine eigenen Wunden heilt. Etwas
anderes ist es, den ganzen Tag allein vor sich hinzu grübeln aus Furcht,
Schwäche zu zeigen.
In
jedem von uns wohnen ein Engel und ein Dämon, und ihre Stimmen sind
einander sehr ähnlich. In schwierigen Augenblicken führt der Dämon
Selbstgespräche und versucht uns weiszumachen, wie verletzlich wir sind.
Der Engel hält uns dazu an, unsere Haltung zu überdenken, und offenbart
sich zuweilen durch den Mund unseres Nächsten.
Ein
Krieger findet einen Mittelweg zwischen Einsamkeit
und Abhängigkeit.
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Ein
Krieger des Lichts braucht Liebe.
Zuneigung
und Zärtlichkeit gehören zu seiner Natur wie Essen, Trinken und die Lust
am guten Kampf. Wenn der Krieger angesichts des Sonnenuntergangs kein Glück
empfindet, stimmt etwas nicht.
In
diesem Augenblick unterbricht er den Kampf und sucht sich Gefährten, um
gemeinsam mit ihnen die Dämmerung zu erleben.
Wenn
er nicht auf Anhieb welche findet, fragt er sich: »Hatte
ich Angst, mich jemandem zu nähern? Habe ich Zuneigung bekommen und es
nicht bemerkt?«
Ein
Krieger des Lichts nutzt die Einsamkeit, lässt sich aber nicht von ihr
benutzen.
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47 -
In
vollkommener Entspannung zu leben ist unmöglich. Der Krieger des Lichts
weiß das.
Vom
Bogenschützen hat er gelernt, dass der Bogen, will man den Pfeil weit
schießen, gut gespannt sein muss. Von den Sternen hat er gelernt, dass
allein deren Implosion sie zum Leuchten bringt. Der Krieger hat gesehen,
dass ein Pferd alle Muskeln anspannt, ehe es zum Überspringen des
Hindernisses ansetzt. trotzdem wird er nie Anspannung mit Nervosität
verwechseln.
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48 -
Strenge
und Barmherzigkeit sind beim Krieger des Lichts stets im Gleichgewicht.
Um
seinen Traum zu verwirklichen, braucht er einen festen Willen und
gleichzeitig die Fähigkeit, sich hinzugeben. Er hat ein Ziel, doch das
heißt nicht, dass der Weg, der ihn dahin führt, auch der ist, den er sich
vorstellt.
Daher
macht der Krieger Gebrach von Disziplin und Mitgefühl. Gott lässt seine
Kinder nie im Stich, doch Seine Ratschlüsse sind unergründlich, und Er
baut den Weg mit unseren Schritten.
Disziplin
und Hingabe schüren im Krieger die Begeisterung. Niemals noch hat Routine
Berge versetzen können.
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Ein
Krieger des Lichts verhält sich manchmal wie Wasser und schlängelt sich zwischen
den Hindernissen hindurch, auf die er trifft.
Es
gibt Augenblicke, in denen bedeutet Widerstand bieten, zerstört zu werden.
Darum passt er sich den Gegebenheiten an. Er nimmt, ohne zu murren, hin,
dass die Steine des Weges ihn durch die Berge führen.
Darin
liegt die Kraft des Wassers: Kein Hammer kann es zertrümmern und kein
Messer es schneiden. Selbst das mächtigste Schwert der Welt vermag nicht
einmal, seine Oberfläche zu ritzen.
Ein
Fluss passt sich dem Weg an, der möglich ist, vergisst aber nie sein Ziel,
das Meer. zart an der Quelle, schwillt er, durch die Flüsse gespeist, auf
die er unterwegs trifft, stetig an.
Bis
von einem bestimmten Punkt an seine Macht allumfassend ist.
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